In unseren Beiträgen und Entwicklungsberichten taucht immer wieder eine Größe auf, die Sie in keinem Lehrbuch finden: der Volumetrisch-hydrodynamische Förderdruckindex, kurz VHFI. Er ist ein von MMHP entwickelter Kennwert. Diese Seite erklärt, was dahintersteckt und warum wir ihn brauchen.
Eine Ölpumpe lässt sich mit einzelnen Zahlen nur unvollständig beschreiben. Das Fördervolumen sagt, wie viel Öl die Pumpe bewegt, aber nicht, was davon an den kritischen Stellen ankommt. Ein Druckwert sagt, welcher Widerstand an einer Messstelle herrscht, aber nicht, wie sich das System bei Lastwechseln, anderen Temperaturen oder an anderen Positionen verhält (warum die Position so entscheidend ist, steht hier).
In der Praxis werden trotzdem ständig Einzelwerte verglichen: "3 bar bei 2000 Umdrehungen" gegen "2,8 bar bei 2000 Umdrehungen". Solche Vergleiche sehen exakt aus und tragen doch fast keine Information. Uns hat das bei der Entwicklungsarbeit nicht gereicht.
Der VHFI verdichtet das Zusammenspiel aus Fördervolumen und hydrodynamischer Druckverteilung zu einer einzigen, dynamischen Indexzahl. Vereinfacht gesagt beantwortet er die Frage: Wie gut versorgt dieses Ölsystem den Motor über seinen realen Betriebsbereich hinweg, nicht nur in einem einzelnen Betriebspunkt?
In den Index fließen unter anderem ein:
Die Datenbasis dafür liefert unsere eigene Messtechnik, die diese Größen zeitgleich und in Millisekunden-Auflösung erfasst. Ohne diese Messungen gäbe es den Index nicht, er lässt sich nicht aus Katalogdaten errechnen.
Die Messläufe für den VHFI fahren wir unter kontrollierten Bedingungen: gleiche Temperaturfenster, definierte Lastprofile, dokumentierte Randbedingungen, an realen Motoren aus unserer Forschungs- und Zerlegearbeit. Die Gewichtung der einzelnen Größen im Index beruht auf unseren Erfahrungswerten aus vielen Jahren Mess- und Entwicklungsarbeit an diesen Motoren.
Die genaue Zusammensetzung und Berechnung veröffentlichen wir nicht. Sie ist Teil unserer Entwicklungsmethodik und damit Betriebsgeheimnis. Was wir veröffentlichen, sind die Schlüsse daraus, etwa wenn wir Serienzustand und Umrüstlösung eines Motors gegenüberstellen.
Der VHFI ist keine genormte Größe, kein Herstellerwert und kein Wert, den Sie selbst nachmessen könnten. Er ist ein internes Werkzeug, mit dem wir unsere eigenen Messreihen untereinander vergleichbar machen. Genau darin liegt sein Nutzen: Zwei Messungen mit demselben Messsystem, derselben Methodik und denselben Randbedingungen lassen sich über den Index ehrlich vergleichen. Ein einzelner Manometer-Wert aus einer Werkstatt lässt sich das nicht (warum, lesen Sie hier).
Wenn Ihnen der Begriff also in unseren Texten begegnet, wissen Sie jetzt, was gemeint ist: nicht eine weitere Marketing-Zahl, sondern der Versuch, ein kompliziertes System auf eine Größe zu bringen, mit der man sauber arbeiten kann.
Transparenzhinweis: Der VHFI ist ein von MMHP definierter, firmeneigener Kennwert. Er ist nicht genormt und nicht mit Kennwerten anderer Anbieter oder Hersteller vergleichbar.