
Ohne Ausbau lässt sich bei einem Dieselpartikelfilter nur Ruß behandeln, Asche nicht. Ruß ist Kohlenstoff, er verbrennt bei einer Regeneration. Asche ist der unbrennbare Rest aus den Additiven des Motoröls, sie verbrennt bei keiner Regeneration mit und bleibt im Filter, bis er ausgebaut und gereinigt wird. Bevor über Reinigung nachgedacht wird, lohnt deshalb die Frage, womit der Filter voll ist. Das zeigt der Messwertblock, also die Werte, die ein Diagnosegerät aus dem Steuergerät ausliest.
Sprühreiniger, die durch eine Sensoröffnung in den Filter gespritzt werden, lösen nach Angabe ihrer Hersteller Rußablagerungen, die danach bei der nächsten Regeneration verbrennen. Asche entfernen sie nicht. Nach der US-Umweltbehörde EPA kommt Asche nur durch Ausbau und Reinigung aus dem Filter, und ein großer Hersteller solcher Reiniger räumt selbst ein, dass seine Reinigung bei zu viel Asche nicht hilft. Ist die Ursache für zu viel Ruß nicht behoben, etwa ein Leck im Ladeluftsystem oder ständige Kurzstrecke, ist der Filter nach jeder Reinigung bald wieder voll. Ausgebaut lässt sich ein Filter dagegen auch von Asche befreien, etwa indem er gegen die Strömungsrichtung durchströmt wird. Dann nehmen Ruß und Asche den Weg zurück, den sie gekommen sind.
Den Filtereinsatz auszuräumen ist keine Abkürzung. In Deutschland erlischt damit die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs, und seit 2023 zählt die Abgasuntersuchung bei Euro-6-Dieseln die Partikel im Abgas.
Wie schnell sich ein Filter mit Asche füllt, hängt vor allem daran, wie viel Öl der Motor verbrennt. Ein Motor mit hohem Ölverbrauch braucht deshalb früher eine Reinigung oder einen neuen Filter. Ottopartikelfilter in Benzinern sind ebenfalls Wandstromfilter.
MMHP reinigt keine Partikelfilter und nimmt dazu keine Anfragen an. Dieser Artikel klärt auf, er verkauft nichts. Die Erfahrung dahinter stammt aus über 15 Jahren, in denen ein inzwischen verkauftes Tochterunternehmen Filter professionell gereinigt hat.
Das war die kurze Antwort. Wer verstehen will, woran man Ruß und Asche unterscheidet, was in einem Sprühreiniger steckt und warum ein sinkender Gegendruck noch nicht heißt, dass der Filter sauber ist, findet ab hier die Langfassung.
Ein Filter, der „voll“ meldet, kann zwei sehr verschiedene Probleme haben, und für jedes gibt es eine andere Abhilfe.

Stirnseite eines mit Ruß überladenen Filters. Die Linien sind die Klebefugen zwischen den Segmenten.
Ruß-Überladung entsteht, wenn mehr Ruß hineinkommt, als die Regenerationen verbrennen. Typische Ursachen sind Kurzstrecke, bei der eine Regeneration nie zu Ende kommt, Injektoren, die nachtropfen, ein falsches Gemisch durch einen defekten Sensor, ein Leck im Ladeluftsystem oder hoher Ölverbrauch. Der Filter füllt sich in kurzer Zeit. Ab einer bestimmten Rußmasse sperrt das Steuergerät die automatische Regeneration, beim VW 2.0 TDI ab 40 Gramm (Selbststudienprogramm 820433). Vermutlich schützt die Sperre vor allem den Filter: Bei so viel Ruß würde der Abbrand unkontrolliert heiß. Ein hoher Gegendruck belastet zudem den Turbolader, der Zulieferer Melett beschreibt das. Nach der Erfahrung des früheren Tochterunternehmens schützt die Sperre zugleich den Motor vor langer Mehreinspritzung und Hitze.
Asche-Überladung ist das Ende der Lebensdauer. Nach jeder Regeneration bleibt etwas weniger Platz für Ruß, weil sich die Asche hinten in den Einlasskanälen sammelt. Die Abstände zwischen den Regenerationen werden kürzer, irgendwann meldet das Steuergerät „Partikelfilter voll“. Regenerieren hilft hier nicht mehr, denn Asche verbrennt nicht. VW schreibt in der US-Schulungsunterlage 820433 zur Asche knapp: „This 'oil ash' cannot be removed“, gemeint ist durch Regeneration.
Unterscheiden lassen sich die beiden Fälle im Messwertblock des Steuergeräts. Eine hohe gerechnete Rußmasse bei einem jungen Filter spricht für Ruß. Hohe Laufleistung, ein hoher Aschewert und Regenerationen in immer kürzeren Abständen sprechen für Asche. Wie die Regeneration funktioniert und wie das Steuergerät Ruß und Asche zählt, erklärt der Artikel über die DPF-Regeneration.
Auf dem Markt gibt es Reiniger, die über die Öffnung eines Temperatursensors oder der Drucksensorleitung in den eingebauten Filter gesprüht werden. Was sie tun, lässt sich aus den Unterlagen ihrer eigenen Hersteller ablesen, und es ist weniger, als die Werbung oft nahelegt.
Nach ihren Sicherheitsdatenblättern sind es wässrige Lösungen, bei zwei Produkten alkalisch mit einem pH-Wert um 11, andere sind neutral. Ein Hersteller beschreibt das Prinzip so: Die Rußablagerungen werden gelöst und im Filter verteilt, wo sie bei der nächsten normalen Regeneration verbrennen. Und weiter: Reiniger und gelöster Ruß bleiben danach im Filter zurück. Der Reiniger entfernt den Ruß also nicht, er macht ihn für die Regeneration zugänglicher.
Asche: nein. Die US-Umweltbehörde EPA schreibt in ihrem Merkblatt zum Filterbetrieb, dass sich unbrennbare Asche aus Schmieröl im Filter sammelt und durch Ausbau und Reinigung entfernt werden muss. Der ADAC kommt 2025 zum selben Ergebnis. Einer der großen Anbieter solcher Reiniger schreibt auf seiner eigenen Seite für Werkstätten: Ist der Filter mit zu viel Asche beladen, hilft eine Reinigung nicht. Physikalisch ist das einfach. Beim eingebauten Filter kann eine Flüssigkeit nur in Strömungsrichtung durch den Filter. Die Asche liegt aber hinten in den Einlasskanälen vor dem Stopfen, genau dort, wohin auch die Spülung sie schiebt. Andere Anbieter werben trotzdem damit, Ascheablagerungen zu lösen. Eine unabhängige Messung, die das belegt, war nicht zu finden.
Ruß: im Einzelfall. Für die Ruß-Überladung beschreiben die Hersteller einen nachvollziehbaren Weg: lösen, verteilen, anschließend regenerieren. Ob das im konkreten Fall reicht, hängt davon ab, wie viel Ruß im Filter liegt und warum er hineinkam. Ist die Ursache nicht behoben, ist der Filter bald wieder voll.
Die Gebrauchsanweisungen enthalten deutliche Grenzen. Der Filter darf beim Einsprühen nicht heiß sein, je nach Hersteller höchstens 40 oder 50 °C. Flüssigkeit darf nicht in den Brennraum gelangen, und Leitungen sind danach auszublasen. Einen Grund für die Temperaturgrenze nennen die Hersteller nicht. Naheliegend ist, dass kalte Flüssigkeit auf heißer Keramik Spannungen erzeugt, belegt ist das nicht. Flüssigkeit im Brennraum kann den Motor beschädigen.
Dazu kommt eine Erfahrung aus der Reinigungspraxis des früheren Tochterunternehmens, keine Studie. Flüssigkeit, die über eine Sensoröffnung eingebracht wird, setzt den Filter für eine Weile zusätzlich zu. Der Abgasgegendruck steigt, und mit ihm die Last auf den Differenzdrucksensor und den Turbolader, besonders wenn der Motor danach mit hoher Drehzahl freigefahren wird.
In derselben Praxis zeigte sich gelegentlich ein weiteres Bild. Manche Filter, die vorher mit Sprühreiniger behandelt worden waren, hatten Stellen, an denen Rückstände zusammen mit Ruß und Asche verklebt und verhärtet waren, und an einzelnen solchen Stellen war die Keramik nach späteren Regenerationen angeschmolzen. Das ist eine Beobachtung, keine Studie. Ob der Reiniger die Ursache war, lässt sich daraus nicht sagen, und sie betrifft nicht jedes Produkt.
Asche kommt nur heraus, wenn der Filter ausgebaut wird. Ein verbreiteter Weg ist, ihn gegen seine Strömungsrichtung zu durchströmen. Dann kommt die Asche aus dem hinteren Ende der Einlasskanäle denselben Weg zurück, den sie hineingekommen ist, durch die offene Stirnseite. Die EPA beschreibt dafür Druckluft mit Absaugung. Daneben gibt es thermische Verfahren, bei denen der Ruß im Ofen kontrolliert verbrannt wird, und wässrige Verfahren. Eine SAE-Untersuchung von 2023 hat mehrere dieser Systeme verglichen. Das beste entfernte bis zu 96 Prozent der Ablagerungen.


Vorher und nachher: Reinigung durch ein früheres, inzwischen verkauftes Tochterunternehmen.
Wie gründlich eine Reinigung war, lässt sich nicht am Gegendruck allein ablesen. Fox und Kollegen haben 2019 an 34 Filtern aus Nutzfahrzeugflotten gezeigt, dass der Gegendruck nach der Reinigung sinken kann, während noch erhebliche Mengen Asche im Filter liegen.
Zur Offenlegung: Über 15 Jahre gehörte zu MMHP ein Tochterunternehmen, das Dieselpartikelfilter professionell gereinigt hat. Es ist verkauft. MMHP hat damit nichts mehr zu tun und keinen Vorteil davon. Wir reinigen keine Filter und nehmen keine Anfragen an.
Den Keramikeinsatz aus dem Gehäuse zu entfernen und das leere Rohr wieder einzubauen, ist in Deutschland keine Grauzone. Nach § 19 Absatz 2 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung erlischt die Betriebserlaubnis, wenn eine Änderung das Abgasverhalten verschlechtert. Nach Absatz 5 darf das Fahrzeug dann nicht mehr auf öffentlichen Straßen betrieben werden, und § 69a macht beides zur Ordnungswidrigkeit.
Auffallen kann es auch bei der Abgasuntersuchung. Seit dem 1. Juli 2023 zählt die AU bei Diesel-Fahrzeugen nach Euro 6 die Partikel im Abgas, die Grenze liegt bei 250.000 Teilchen je Kubikzentimeter. Bei älteren Fahrzeugen nach Euro 4 und Euro 5 wird weiter die Trübung des Abgases gemessen, bei Fahrzeugen mit Diagnosesystem kommt das Auslesen der Fahrzeugdiagnose hinzu (StVZO Anlage VIII).
In anderen Ländern gelten andere Regeln. Was hier steht, betrifft Deutschland.
Ottopartikelfilter in Benzinern arbeiten nach demselben Wandstromprinzip. Grenzwerte und Prüfregeln unterscheiden sich.
Transparenzhinweis: MMHP entwickelt, testet und fertigt seit über 25 Jahren eigene Produkte für die Automobilbranche, darunter Lösungen für die Ölversorgung von VW-TDI-Motoren. Partikelfilter, Reiniger und Reinigungen verkaufen und vermitteln wir nicht. Die Praxisbeobachtungen stammen aus der Arbeit eines früheren, inzwischen verkauften Tochterunternehmens, zu dem heute keine Verbindung mehr besteht. Die übrigen Angaben stützen sich auf Unterlagen der US-Umweltbehörde EPA, Herstellerangaben und Sicherheitsdatenblätter der Reinigerhersteller, Fachveröffentlichungen und den Gesetzestext, die Quellen stehen jeweils am Satz.